Karl Jenkins – The Armed Man

“Karl Jenkins zählt weltweit zu den produktivsten und meist aufgeführten Komponisten im Bereich Klassik-Crossover, Weltmusik, New Age …. Allein sein bei EMI Classics erschienenes Chorwerk “The Armed Man: A Mass For Peace” wurde über 700 Mal in 20 verschiedenen Ländern aufgeführt. Die CD stand 173 Wochen lang in den englischen Charts, bekam 17 Mal Gold und Platin.” (Quelle: https://www.klassikakzente.de/karl-jenkins/biografie)

Von den Royal Armouries für den Jahrtausenwechsel in Auftrag gegeben und den Opfern des Kosovo-Konflikts gewidmet, ist das Werk für Chor und großes Orchester ein zeitgenössisches Beispiel einer Messe auf der Grundlage des aus dem 15. Jahrhundert stammenden französischen Lieds ‘L’Homme Armé’ (The Armed Man – der Bewaffnete). Das Werk wurde erstmals am 25. April 2000 in der Royal Albert Hall in London aufgeführt.Das Gesamtwerk beinhaltet religiöse und weltliche Texte (Tennyson, Kipling, den Koran und das alindische Mahàbharàta), die als Kontrapunkte zwischen die Teile einer großen christlichen Messe gesetzt sind. (aus dem Chornoten – Klavierauszug Boosey & Hawkes)

Die Stadtmusik Stockach, die Nellenburg-Kantorei und der Kammerchor Stockach werden am Samstag, 17. Dezember 2022 Jenkins` “The Armed Man” in der Jahnhalle Stockach aufführen.

Kammerchor Stockach und Nellenburg-Kantorei

Stefan Gräsle

Stefan Gräsle, Musiklehrer am Nellenburg-Gymnasium Stockach, studierte von 1991 an Chorleitung bei Prof. Dieter Kurz und Orchesterleitung bei Prof. Helmut Wolf in Stuttgart. Kurse bei Helmut Rilling und John Eliot Gardiner ergänzten das Studium.

Seine Dirigiererfahrung umfasst annähernd alle chorischen Bereiche von kleineren chorischen Formationen bis hin zu großen Chorprojekten, von populären Stilarten, Gospels und Musicals bis zu oratorischen Werken und Opernaufführungen.

Nellenburg-Kantorei Stockach

In der Nellenburg-Kantorei Stockach verbinden sich seit über zwanzig Jahren die Chöre des Nellenburg-Gymnasiums Stockach gemeinsam zu einem großen Ensemble. Gemeinsam konnten auf diese Weise bereits viele große Werke aufgeführt werden. So z. B. das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, der Messias von Georg Friedrich Händel oder die Gospelmesse von Ralf Grössler. Nicht zu vergessen, die Johannespassion von Johann Sebastian Bach in einer szenischen Aufführung, in der zum ersten Mal diese Chorformation gemeinsam mit dem Kammerchor Stockach aufgetreten ist.

Aktuell wurden die Chorpartien in der Kantorei gemeinsam von Martina Hartmann, Claudia Seeber und Stefan Gräsle einstudiert. 

Kammerchor Stockach

Der Kammerchor Stockach ist ein gemischter Chor für Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassstimnmen, der sich der Aufführung geistlicher Musik verpflichtet hat. Die rund 45 Sängerinnen und Sänger haben dazu sowohl A-cappella-Werke als auch oratorische Literatur erarbeitet. Stilistische Grenzen gibt es bei der Auswahl der Literatur nicht; allein die textliche und musikalische Qualität ist für eine Werkauswahl und Aufführung entscheidend.

 Lange Zeit bekannt und geschätzt für ausschließlich anspruchsvolle geistliche Chormusik, erfreut der Kammerchor seit einigen Jahren im Sommer mit einer Serenade im Inenhof des Berufschulzentrums Stockach. Deutsche Volks- und Kunstlieder, Rock, Pop sowie Chöre aus Oper und Operette haben wir schon geboten und stehen Neuem weiterhin aufgeschlossen gegenüber. Neue Weggefährten zum Mitsingen sind deshalb herzlich willkommen!

Bericht über das gemeinsame Probenwochenende mit der Stadtmusik Stockach:

Zu einem außergewöhnlichen Probenwochenende trafen sich rund 200 Musikerinnen und Musiker in der Aula des Nellenburg-Gymnasiums. Spannung und Vorfreude lag in der Luft, denn zum ersten Mal würden Chor und Orchester miteinander proben. Der Kammerchor Stockach und die Nellenburg-Kantorei werden gemeinsam mit der Stadtmusik Stockach am 17. Dezember in der Jahnhalle Stockach die Friedensmesse von Karl Jenkins, The Armed Man, aufführen. Dieses emotionale und fesselnde Antikriegsstück, welches die unheilvolle Gewalt des Krieges beschreibt und Hoffnung auf Frieden weckt, verlangt ein großes, aber differenziertes Klangbild.  

Können wir uns gegen die Klanggewalt des Blasorchesters behaupten, fragten sich Sängerinnen und Sänger. Doch Chor und Orchester zeigten sich durch ihre Dirigenten, Stefan Gräsle und Helmut Hubov, gut vorbereitet und bereit für ein abgestimmtes Musizieren. Schon beim Eröffnungslied, komponiert auf der Grundlage des aus dem 15. Jahrhundert stammenden französischen Lieds ‘L’Homme Armé’, der Bewaffnete, erahnten die Mitwirkenden, mit welcher Klangfülle und Klangvielfalt die eindringliche Botschaft des Werkes verkündet wird. Neben gregorianischen Themen und dem Gebetsruf des Muezzin erklingen musikalische Analogien zur Renaissance und des Barock, Fanfarenklänge vermischen sich mit spätromantischen und modernen Musikstilen. Das Nebeneinander sorgt für effektvolle Kontraste, wie am Ende, wenn der Chor nach dem gemeinsamen Fortissimo mit dem Orchester die Zeilen aus der Offenbarung 21 a cappella singt: „Gott wird abwischen alle Tränen“. Die Friedensmesse beinhaltet religiöse und weltliche Texte, die als Kontrapunkte zwischen die Teile einer großen christlichen Messe gesetzt sind. Verse von Dichtern wie Malory, Dryden, Swift, Tennyson, Kipling, aber auch aus dem Koran und der altindischen Mahabharata tragen zur ergreifenden Darstellung bei.